Romanistik
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Romanische Philologie

Das Institut für Romanische Philologie der Universität München bietet ein breit gefächertes Spektrum unterschiedlicher Studiengänge. Da in München eine sogenannte „Vollromanistik“ betrieben wird, wie sie nurmehr an wenigen Standorten üblich ist, können als Schwerpunkte Französisch, Spanisch, Portugiesisch und/oder Rumänisch gewählt werden; Italienisch wird am organisatorisch eigenständigen Nachbarinstitut für Italienische Philologie gelehrt. Außerdem kann die Beschäftigung mit kleineren romanischen Sprachen in die übergreifenden Studiengänge eingebracht werden.

Das Fach „Romanische Philologie“ oder „Romanistik“ ist ursprünglich eine Erfindung der deutschen Romantik, die dann auch in anderen Ländern Nachahmung gefunden hat. Die Romanistik beschäftigt sich mit all jenen Sprachen, Literaturen und Kulturen, die sich nach dem Untergang des Römischen Reiches und seit dem Mittelalter auf der Grundlage des Lateinischen herausgebildet haben.

Der damit abgesteckte imaginäre Raum wird als Romania bezeichnet: Hierzu gehören in Europa die großen nationalsprachlichen Kulturräume des Italienischen und Rumänischen im „Osten“, des Französischen, des Spanischen und des Portugiesischen im „Westen“, aber auch kleinere, zum Teil sehr alte Sprachen beziehungsweise Literaturen wie das Provenzalische oder Okzitanische in Südfrankreich; das Katalanische im Südosten und das Galicische im Nordwesten der Iberischen Halbinsel; das Rätoromanische in der Schweiz und das Friaulische oder das Sardische in Italien. Hinzu tritt seit mehr als 500 Jahren die Neue Romania in Teilen Schwarzafrikas (Französisch, Spanisch, Portugiesisch), in der kanadischen Provinz Québec (Französisch), in der Karibik (Spanisch, Französisch, unterschiedliche Kreolsprachen) sowie schließlich vor allem in Lateinamerika (Spanisch) einschließlich Brasiliens (Portugiesisch). Gerade das spanisch- und portugiesischsprachige Amerika, das sich von Mexiko bis Feuerland erstreckt und in dem sich seit jeher indigene mit europäischen, jetzt auch mit nordamerikanischen Einflüssen kreuzen, wird mittlerweile zu Recht als eine der großen Weltkulturen betrachtet.

In der durch Globalisierungsprozesse geprägten Konstellation des beginnenden 21. Jahrhunderts spielt die Ausstrahlungskraft der romanischen Sprachen über Europa und Südamerika hinaus eine zunehmend wichtige Rolle: Sie zeigt sich etwa daran, dass sich das Französische weiterhin als Bildungssprache im Nahen Osten sowie in Nordafrika behauptet oder dass die Bedeutung des Spanischen innerhalb der Vereinigten Staaten in stetigem Wachstum begriffen ist.