Romanistik
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Dr. phil. Sebastian Ortner

Dr. phil. Sebastian Ortner

Akademischer Rat a. Z.

Aufgabengebiet

Sprachwissenschaft (Französisch und Spanisch) am Lehrstuhl für Romanische Philologie von Prof. Dr. Andreas Dufter
Koordinator des Tutorenprogramms am Institut für Romanische Philologie

Kontakt

Institut für Romanische Philologie der Universität München
Abteilung Sprachwissenschaft
Schellingstr. 3, Vordergebäude
80799 München
Raum 509

Telefon: +49 (0)89 2180-3588

Sprechstunde:
Dienstags, 14:30–15:30 Uhr und nach Vereinbarung per E-Mail.

 

Weitere Informationen

Neuerscheinungen

Monographie

 Ortner 2025, Narr, Orbis Romanicus 26

Ortner, Sebastian (2025): Latinisierende Syntax im Französischen des 16. Jahrhunderts. Der Accusativus cum Infinitivo in Jean Calvins Institution de la religion chrestienne und zeitgenössischen Texten (Orbis Romanicus 26), Tübingen: Narr.

Kaum eine Konstruktion steht so emblematisch für die klassisch-lateinische Syntax wie der Accusativus cum Infinitivo (AcI). Sebastian Ortner untersucht anhand eines digitalen Korpus lateinisch-französischer Paralleltexte, wie dieser gelehrte Latinismus die Entwicklung der französischen Schriftsprache im 16. Jahrhundert, im Zeitalter des Humanismus und der Reformation, prägt.

Im Zentrum steht Jean Calvins mehrfach überarbeitetes Hauptwerk, die lateinisch-französische Selbstübersetzung Institution de la religion chrestienne (1539/1541–1559/1560). In einer formalen, funktionalen und soziohistorischen Perspektive erweitert die Monographie unser Verständnis syntaktischer Latinismen. Die Analyse zeigt, wie Calvin und seine Zeitgenossen Rabelais und Montaigne den AcI präzise adaptierten und damit über eine bloße Imitation der prestigeträchtigen Kultursprache hinausgingen.

Aufsatz

 romanistik_pub_hesselbach-prohl-2025

Elisabeth Reichle/Maria Selig/Sebastian Ortner/Rembert Eufe (2025) "PaLaFra: Un projet numérique pour mieux comprendre le passage du latin à l’ancien français", in: Robert Hesselbach/Tanja Prohl (Hrsg.), Approches numériques des corpus historiques des langues de France (Romanistische Dossiers 3), München: AVM.edition.

Das Forschungsprojekt PaLaFra (2015–2018), gefördert von ANR und DFG, stellt annotierte Korpora und eine digitale Korpusumgebung zur Erforschung des Übergangs vom Spätlatein zum Altfranzösischen bereit. Ziel ist es, vergleichende Grammatik, die Rekonstruktion des Proto-Romanischen und die Analyse lateinischer Texte aus der Merowingerzeit miteinander zu verbinden, unter Rückgriff auf gebrauchsbasierte Ansätze und empirisch-digitale Methoden.

Der Beitrag stellt das lateinische Teilkorpus PaLaFraLat vor, ein lemmatisiertes und morphosyntaktisch annotiertes Korpus merowingischer Texte. Das Annotationsschema erweitert gängige lateinische Tagsets durch differenzierte Gebrauchskategorien (z.B. substantivischer vs. adjektivischer Gebrauch von Demonstrativpronomen) sowie durch mehrere Ebenen der Lemmatisierung, die graphematische und morphologische Variation systematisch erfassbar machen. Mithilfe der Textometrie-Software TXM können flexibel definierbare lateinische und altfranzösische Subkorpora statistisch verglichen werden.

Eine Fallstudie zu merowingischen Rechtstexten zeigt den besonderen Reichtum nicht-klassischer Varianten sowie klare Unterschiede zwischen den Subtypen placita und praecepta.