Archiv: WiSe 2025/26
Donnerstag, den 23. April 2026
Am sonnigen 23. April 2026 versammelten sich die Absolventinnen und Absolventen der Romanistik und Italianistik im Veranstaltungsraum des Philologicums, um gemeinsam den erfolgreichen Abschluss ihres Studiums zu feiern. Der Ort war dabei bewusst gewählt: Für viele der Anwesenden ist das Philologicum eng mit ihrer Studienzeit verbunden, da sie dort zahlreiche Stunden mit Lernen, Recherchieren und dem Verfassen ihrer Abschlussarbeiten verbracht haben. In einem festlichen Rahmen mit musikalischer Begleitung, der feierlichen Zeugnisverleihung und einem anschließenden Umtrunk wurden die erbrachten Leistungen gewürdigt. Zugleich bot die Veranstaltung Gelegenheit, auf die gemeinsame Studienzeit zurückzublicken und viele prägende Erlebnisse noch einmal Revue passieren zu lassen.
Florian Mehltretter, Professor für italienische Literatur, hielt die Festrede. Er führte den italienischen Bachelor- und Masterabschluss, die Laurea, auf die antike Dichterkrönung mit dem Lorbeer zurück und berichtete von Petrarcas Laurea poetica auf dem Kapitol in Rom im Jahr 1341. Der Hauptteil der Rede befasste sich mit Dantes Fiktion einer Krönung über sich selbst als Wiederherstellung des freien Willens, einer Station jener dichterischen Erkenntnisreise durch das Jenseits, die er in seiner Commedia (Anfang des 14. Jahrhunderts) ersinnt. Mehltretter entfaltete daraus Gedanken über die geistige Freiheit, die ein Studium vermittelt. Die Rede schloss mit der ebenfalls aus Dantes Gedicht entwickelten Empfehlung, nicht nur das erworbene allgemeinbegriffliche Wissen mit ins Berufsleben zu nehmen, sondern auch das poetische Wissen vom Besonderen.
In einem besonderen Programmpunkt wurde die katalanische Tradition des Sant Jordi gefeiert, die eng mit dem Welttag des Buches verbunden ist. Historisch wird häufig auf den 23. April 1616 verwiesen, den Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes – wenn auch nach unterschiedlichen Kalendern. Bis heute ist es Brauch, an Sant Jordi Rosen und Bücher zu verschenken.
Bei der Zeugnisverleihung überreichten Dr. Sascha Resch und Dr. Sebastian Postlep (Fachstudienberatung Italianistik und Romanistik) die Urkunden an die Absolventinnen und Absolventen. Zusätzlich erhielt jede Absolventin und jeder Absolvent gemäß der Sant-Jordi-Tradition eine weiße Rose sowie ein kleines Reclam-Buch in einer romanischen Sprache.
Parallel dazu wurden die Titel der Bachelor-, Master- und Zulassungsarbeiten projiziert und machten die fachliche Breite der Abschlussarbeiten sichtbar. Die Themen reichten von Migration, Gegenwartskino sowie Rollenbildern und Stereotypen über Kulinarik und Theater bis hin zu klassisch-literarischen Themen. So wurden die vielfältigen Forschungsperspektiven der Romanistik und ihre gesellschaftliche Relevanz eindrucksvoll sichtbar.
Für die musikalische Gestaltung des Abends sorgten der Romanistik-Chor München und das Ensemble Vocal Diversio unter der Leitung von Selma Pleßke und Cédric Dosch. Aufgeführt wurden Livet är en gåta von Stefan Forssén und Tourdion von Pierre Attaingnant. Das Repertoire der beiden Ensembles unterstrich die festliche Atmosphäre und trug spürbar zur guten Stimmung der Teilnehmenden bei.
Im Anschluss kamen Absolventinnen und Absolventen, ihre Angehörigen sowie Lehrende und Professorinnen und Professoren zu einem Umtrunk mit Buffet zusammen, der Raum für informellen Austausch, gemeinsame Erinnerungen und neue Pläne bot.
Wir wünschen allen Absolventinnen und Absolventen alles Gute und viel Erfolg für ihren weiteren Lebensweg!